FanQ: Deutliche Favoriten, geschlossenes Meinungsbild – so blicken die Fans auf die Bundesliga-Hinrunde 2025/26

FC Bayern beherrscht Tabelle und Fan-Votings

Dass die Bundesliga-Hinrunde erst Mitte Januar endet, ist mittlerweile fast schon zur Normalität geworden. Mit dem Abschluss der ersten Saisonhälfte bietet sich die Gelegenheit, die vergangenen Monate Revue passieren zu lassen. Dabei zeichnen sich bereits aufschlussreiche Tendenzen ab: Im Tabellenkeller kämpfen Mannschaften wie der 1. FC Heidenheim, FC St. Pauli und sogar der Europapokal-Teilnehmer aus Mainz ums Überleben, während beispielsweise die TSG Hoffenheim positiv überrascht. Was die Meisterschaft angeht, strahlte der FC Bayern München eine beispiellose Dominanz aus und sicherte sich bereits zwei Spieltage vor Hinrundenende mit neun Punkten Vorsprung die Herbstmeisterschaft, sodass sich die Frage aufdrängt, ob die Meisterschaft damit bereits entschieden ist — oder wird die Rückrunde doch nochmal spannend?

Köln. Um diese und weitere Fragen zu beantworten, hat FanQ vom 12. Januar bis zum 21. Januar 2026 mehr als 10.000 Fußballfans auf absolutfussball.com sowie den in München ansässigen Plattformen merkur.de, tz.de und abendzeitung-muenchen.de befragt. Die Umfrage liefert ein Stimmungsbild mit klaren Mehrheiten in vielen Kategorien — und zugleich aufschlussreiche Hinweise darauf, wo die Liga aus Fansicht noch Entwicklungspotenzial hat.

Solide Saison, aber kein Nervenkrimi

Grundsätzlich fällt das Urteil zur bisherigen Spielzeit überwiegend positiv aus. Der Unterhaltungswert der Bundesliga wird im Schnitt mit 3,52 von fünf Sternen bewertet, wobei vor allem die positiven Bewertungen überwiegen: Über die Hälfte der Befragten (55,2 %) vergeben hier vier (35,6 %) oder sogar volle fünf Sterne (19,6 %), während nur 16,5 % lediglich mit einem (6,6 %) oder zwei Sternen votieren (9,9 %).

Zur Spannung äußern sich die Fans allerdings deutlich zurückhaltender. Ein Durchschnitt von 3,12 Sternen deutet auf eine breite Streuung der Meinungen hin. So finden zwar 40,5 % der Anhänger die höchste deutsche Spielklasse alles andere als langweilig und stimmen mit vier (29,9 %) oder sogar fünf Sternen (10,6 %). Allerdings gibt es auch einen nicht unerheblichen Teil der Umfrageteilnehmer (27,7 %), die eine gegensätzliche Position vertreten und nur einen (11,8 %) beziehungsweise zwei Sterne vergeben (15,9 %). Dieses Ergebnis ist ein Hinweis darauf, dass sportliche Qualität und Dramaturgie nicht immer deckungsgleich wahrgenommen werden.

Olise und Kane prägen das Bild der Hinrunde

In den individuellen Auszeichnungen zeigen sich klare Leitfiguren – und angesichts der teilweise erdrückenden Überlegenheit über weite Phasen der bisherigen Saison stehen die meisten davon beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag. So wird Michael Olise von den Fans beispielsweise zum Spieler der Hinrunde gewählt (40,4 %) und dominiert zugleich die Kategorie des besten Offensivakteurs außerhalb der klassischen Sturmposition (64,2 %). Sein Vorsprung auf die übrigen Nominierten ist in beiden Wertungen deutlich, etwa gegenüber seinen Teamkollegen Harry Kane (31,9 %) und Luis Díaz (8,5 %) beziehungsweise Can Uzun von Eintracht Frankfurt (9,4 %) und Senkrechtstarter Lennart Karl (8,1 %).

Noch eindeutiger fällt das Urteil bei den Stürmern aus: Harry Kane vereint nahezu alle Stimmen auf sich (90,7 %) und gilt für die überwältigende Mehrheit auch als aussichtsreichster Kandidat auf die Torjägerkrone am Saisonende (93,7 %). Zwar werden mit Deniz Undav (VfB Stuttgart, 3,2 %), Jonathan Burkardt (Eintracht Frankfurt, 1,7 %) und Patrik Schick (Bayer Leverkusen, 0,9 %) potenzielle Konkurrenten genannt, diese bleiben im Gesamtbild jedoch klar nachrangig.

Im zentralen defensiven Mittelfeld setzt sich wiederum Joshua Kimmich gegenüber seinem kongenialen Partner Aleksandar Pavlović (11,3 %), VfB-Sechser Angelo Stiller (11,0 %) und dem Dortmunder Felix Nmecha (6,6 %) klar ab (55,7 %). Anders als in dieser Kategorie ist das Meinungsbild in der Abwehr ausgeglichener: Hier verteilen sich die Stimmen auf mehrere Spieler, mit leichten Vorteilen für Konrad Laimer (26,4 %) und Dayot Upamecano (24,9 %), während auch weitere Akteure wie BVB-Abwehrmann Nico Schlotterbeck (14,3 %) spürbare Zustimmung erhalten.

Torwartfrage durchaus offen, Trainerwahl eindeutig

Einzig die Wahl zum besten Torwart der Hinserie geht nicht an einen Profi der Bayern. Diesen Titel hat sich Nationalkeeper Oliver Baumann von der TSG Hoffenheim mit überzeugenden sowie konstanten Leistungen verdient (32,3 %). Dahinter folgen BVB-Schlussmann Gregor Kobel (21,1 %) und Marvin Schwäbe vom Aufsteiger aus Köln (5,2 %).

Das Trainer-Voting ist jedoch wiederum fest in Münchner Hand. Vincent Kompany erhält hier mehr als zwei Drittel aller Stimmen (70,7 %) und setzt sich klar von allen anderen Kandidaten ab. Die restlichen Nennungen verteilen sich breit und ohne erkennbare Konkurrenz zum Spitzenreiter, angeführt von TSG-Chefcoach Christian Ilzer (6,1 %) und Niko Kovač von Borussia Dortmund (5,5 %).

Transfers, Talente und Mannschaften im Fokus

Als bester Neuzugang der Hinrunde wird Luis Díaz klar favorisiert (58,0 %). Sein Vorsprung gegenüber allen weiteren Transfers ist deutlich – etwa im Vergleich zu Jonathan Burkardt (Eintracht Frankfurt, 8,5 %) und Yan Diomande (RB Leipzig, 8,2 %) – und unterstreicht die Wirkung seines Wechsels aus Fansicht. Auch bei den jungen Spielern gibt es kaum Anlass zu Diskussionen: Bayerns Shootingstar Lennart Karl dominiert die U21-Wertung klar (71,3 %) und wird als herausragender Nachwuchsakteur der Hinrunde wahrgenommen. Die weiteren Nennungen folgen mit großem Abstand, darunter Said El Mala vom 1. FC Köln (6,7 %) und SGE-Offensivakteur Can Uzun (4,8 %).

Auch auf Mannschaftsebene kristallisieren sich klare Tendenzen heraus. Die TSG 1899 Hoffenheim, die in der Vorsaison noch den Abstieg gerade so verhindern konnte, spielt sich in dieser Saison überraschend auf Platz fünf und bietet dabei unter Trainer Christian Ilzer regelmäßig ansehnlichen Offensivfußball. Kein Wunder also, dass die TSG 1899 Hoffenheim für die meisten Anhänger die größte Überraschung der Hinrunde (57,8 %) darstellt. Der 1. FSV Mainz 05 ging als Vorjahressechster den umgekehrten Weg. Hatte man sich vor gut sechs Monaten noch die Teilnahme an der Conference League gesichert, zählt man 2025/26 bis dato zu den Anwärtern für ein Ticket in die Zweitklassigkeit und wird deshalb von beinahe der Hälfte der Befragten als die Enttäuschung der ersten 17 Spieltage genannt (44,9 %). Der VfL Wolfsburg (20,7 %) und der FC Augsburg (16,4 %) folgen etwas weiter dahinter und bleiben damit ebenfalls deutlich hinter den vor dieser Spielzeit formulierten Erwartungen zurück.

Titel (fast) vergeben, Europa bleibt umkämpft

Die Prognosefragen zeichnen ein nahezu geschlossenes Meinungsbild. So gut wie alle Fans rechnen mit dem FC Bayern München als Meister, mehrheitlich allerdings nicht ohne Niederlage (50,9 %). Fast ebenso viele hielten sogar einen ungeschlagenen Titelgewinn für möglich (47,0 %), wurden jedoch bereits nach zwei Partien eines besseren belehrt, als der Rekordtitelträger in der heimischen Allianz Arena gegen den FC Augsburg strauchelte. Nur eine sehr kleine Minderheit der Umfrageteilnehmer traute der Konkurrenz zur Halbzeit der Saison noch die Meisterschaft zu (2,1 %). Diese dürfte zwar nach der 1:2-Niederlage gegen die Fuggerstädter und dem anschließenden 2:2-Remis beim Aufsteiger aus Hamburg etwas gestiegen sein, der Vorsprung der Kompany-Elf beträgt jedoch immer noch komfortable sechs Zähler.

Für die Champions-League-Plätze gelten der FC Bayern (96,7 %), Borussia Dortmund (92,5 %) und RB Leipzig (74,3 %) als weitgehend gesetzt. Dahinter wird es deutlich offener: Der VfB Stuttgart (48,7 %) und Bayer Leverkusen (48,6 %) liegen nahezu gleichauf, wobei die Anhänger geteilter Meinung darüber sind, wer am Ende den begehrten vierten Tabellenplatz belegt. Eintracht Frankfurt (10,2 %) und die TSG Hoffenheim (8,6 %) erhalten dagegen nur geringe Zustimmung.

Im Tabellenkeller sehen viele Befragte vor allem den 1. FC Heidenheim in akuter Gefahr (84,7 %). Auch der FC St. Pauli (62,1 %) und der 1. FSV Mainz 05 (59,3 %) werden häufig den Plätzen 16 bis 18 zugeordnet. Auch der FCA (42,3 %), der HSV (20,5 %) und die Wölfe aus der Autostadt (15,2 %) sind noch nicht aus dem Schneider, zumal die Nullfünfer seit dem Amtsantritt von Neu-Coach Urs Fischer Anfang Dezember bereits ordentlich Boden gut gemacht haben.

Gesamtbild

Die FanQ-Umfrage zur Bundesliga-Hinrunde 2025/26 zeichnet ein insgesamt geschlossenes Stimmungsbild. Spieler wie Michael Olise und Harry Kane prägen die Wahrnehmung der Hinrunde deutlich, ebenso Vincent Kompany in der Trainerbewertung. Auch bei den Prognosen herrscht weitgehend Konsens: Der FC Bayern München gilt als klarer Meisterschaftsfavorit, während sich im Tabellenkeller mehrere Vereine mit erhöhtem Risikoprofil abzeichnen.

Gleichzeitig fällt die Gesamtbewertung der Liga differenzierter aus. Während der Unterhaltungswert mehrheitlich positiv eingeschätzt wird (Ø 3,52 Sterne), bleibt die Wahrnehmung der Spannung spürbar verhaltener (Ø 3,12 Sterne). Doch die jüngsten Entwicklungen nach Ende der Umfrage könnten genau jenen Funken Zuversicht liefern, den viele Fans vermisst haben: Der Stolperstart des FC Bayern in die Rückrunde und die wiedergefundene Konstanz von Top-Verfolger Borussia Dortmund zeigen, dass selbst der Tabellenführer verwundbar ist — und machen die restliche Saison umso spannender.

Das ist FanQ

FanQ ist die “Stimme der Fans”. Es ist die einzige Fußball-Plattform, bei der die Meinung der Fans im Mittelpunkt steht. Die erfahrene FanQ-Redaktion stellt täglich aktuelle Umfragen über Web und App zur Verfügung. Fans können zu ihren Lieblingsclubs und allen relevanten Themen des Fußballs ihre Stimme abgeben. FanQ ist interaktiv. Fans können Meinungen austauschen, sozial interagieren und eigene Fragen stellen. Daraus entsteht ein repräsentatives Stimmungsbild. Außerdem erstellt FanQ Langzeitstudien, um komplexe Themen zu erforschen. Die Registrierung für die Web-Community und die Nutzung der App sind kostenlos. FanQ hat seinen Sitz in Köln.

Bei redaktionellen Rückfragen zu den Umfrageergebnissen nehmen Sie gerne Kontakt auf.

Kontakt FanQ: 
joachim.lammert@fanq.com 
+49 (0) 163 529 3000 
Kilian Weber/Joachim Lammert 
Geschäftsführer 

Kritik, Lob oder Fragen? Schreib uns

de_DEGerman