What can we learn from the World Cup in Qatar?
Die WM 2022 in Katar ist in vollem Gange und FanQ blickt über das gesamte Jahr mit einer Studienreihe auf die Meinung der Fußball-Fans in Deutschland. An der Konzeption wirkten unter anderem auch Prof. Dr. Harald Lange vom Institut für Sportwissenschaften der Universität Würzburg und Prof. Dr. Axel Faix vom Institut für Wirtschaft der Fachhochschule Dortmund mit. Nun ist der vierte Teil dieser Studienreihe ausgewertet und die ausführliche Auswertung abrufbar.
Im vorangegangenen Studienteil hatte FanQ direkt vor dem Beginn der WM 2022 gefragt, wie viele Fans nicht einschalten wollen, wenn der Ball in der Wüste rollt. 54,4 % gaben dort an, nicht einmal einschalten wollen. Jetzt, nach dem absolvierten Achtelfinale, lässt sich feststellen, dass tatsächlich viele Fans den Fernseher seltener anstellen, auch wenn die Werte der vorangegangenen Umfrage nicht ganz erreicht werden. 43,1 % der Fans haben „viel weniger“ Spiele bei dieser WM verfolgt als bei vorherigen Turnieren, 12,7 % „etwas weniger“ Spiele und 23,0 % „gleich viele“ Spiele. Besonders signifikant ist ein anderer Faktor, die emotionale Begeisterung für das Turnier. Hier gaben 51,5 % der Fans an, dass diese „viel geringer“ sei als bei anderen Weltmeisterschaften. Weitere 15,7 % stimmten für eine „etwas geringere“ emotionale Begeisterung. Damit sind über zwei Drittel der Fans emotional von diesem Turnier weiter entfernt als in der Vergangenheit. Das Verhalten des DFB (für 49,1 % der Befragten), die Austragung im November/Dezember (48,3 %) das Verhalten der FIFA (47 %), die Leistung der deutschen Nationalmannschaft (40,8%) und auch die Bedeutung der Menschenrechte in Katar (39 %) sind für die Fans die ausschlaggebenden Faktoren für die Dämpfung der WM-Stimmung.
Gerade der Blick auf den DFB und die deutsche Nationalmannschaft ist dabei aber unter den Fans sehr unterschiedlich. 55,8 % der Teilnehmer finden es „gar nicht“ bis „nicht“ wichtig, dass sich der deutsche Fußballverband in gesellschaftlichen Fragen deutlich positioniert. 31,7 % hingegen, würden diese klare Positionierung „wichtig“ bis sehr wichtig“ finden. Auch die Frage danach, wie die Diskussion um die One-LoveKapitänsbinde die Leistung der DFB-Elf beeinflusst haben, führt nicht zu Einigkeit bei den deutschen Fans. 30,3 % glauben nicht an eine Beeinflussung, 59,7 % schon. Deutlich mehr Einigkeit herrscht dann bei der Frage, ob der DFB die Verantwortung auf die Spieler abgewälzt hat. Hier stimmen insgesamt 68,9 % der Befragten zu. Auch die Identifizierung der Fans mit dem deutschen Fußballbund hat in den letzten Jahren stark gelitten, 79,9 % der Befragten gaben an, sich nicht mehr mit dem DFB zu identifizieren! „Die Fanforschung von FanQ und der Uni Würzburg bietet wertvolle Anhaltspunkte für die am Fan orientierte Neuausrichtung des Deutschen Fußballs“, so Professor Harald Lange. „Fans haben ein Gespür für Sportsgeist. Gerade mit der fehlenden Identifikation mit der Nationalmannschaft sollte man sich mit Blick auf die EM 2024 in Deutschland auseinandersetzen.“
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