Fast 90% der Fans sind für die Beibehaltung der 50+1-Regel

Fast 75% der Fans sehen Wettbewerbsverzerrung durch Ausnahme von 50+1 für Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim

FanQ-Umfrage: Über 80% der deutschen Fußballfans sprechen sich für den Erhalt der 50+1-Regel aus. 73,5% stimmen dem Bundeskartellamt zu: Ausnahmen führen zu Wettbewerbsverzerrung.

Köln. Während das Bundeskartellamt die Ausnahmeregelung von 50+1 für die Bundesligavereine Leverkusen, Wolfsburg und Hoffenheim als Wettbewerbsverzerrung eingestuft hat, waren die betroffenen Clubs bis Ende Oktober aufgefordert, eine Stellungnahme abzugeben. Die Voting-Plattform FanQ hat im Auftrag des Sport-Informations-Dienst (SID) über 2.000 Fußballfans in Deutschland befragt, ob die Ausnahmeregel ihrer Meinung nach gegen die Wettbewerbsgleichheit verstößt und wie sie generell zur 50+1-Regel stehen.

Laut der Fanumfrage stimmen 82,0% der Fans in Deutschland für den Erhalt der 50+1-Regel im deutschen Fußball. 73,5% der Fans sehen in der Ausnahmeregel eine Wettbewerbsverzerrung. 89,2% wünschen sich die 50+1-Regel oder zumindest eine ähnliche Möglichkeit zur Mitbestimmung der Fans in allen europäischen Top-Ligen.

Das Bundeskartellamt empfindet die 50+1-Regel als gut begründete regulatorische Auflage im deutschen Fußball. 73,5% aller Befragten stimmen dem zu. Nur 12,4% würden der Einschätzung widersprechen. Ebenso wie das Bundeskartellamt stufen 73,3% der Fans die Ausnahmeregel, für die Vereine Leverkusen, Hoffenheim und Wolfsburg, als eine Wettbewerbsverzerrung ein. Nur 17,1% widersprechen dem.
Deutsche Fußballfans schätzen an der regulatorischen Auflage des DFB und der DFL besonders die Sicherstellung des Einflusses der Vereinsmitglieder (61,9%), den Ausschluss einer Fremdbestimmung durch Investoren (60,3%), den Ausschluss einer Übernahme von mehreren Clubs durch einen Investor (57,2%), die Förderung der Identifikation von Fans mit ihrem Verein (51,9%) und die Verhinderung des Ausverkaufs der sportlichen und ethischen Ideale (51,5%).

Negative Aspekte an der 50+1-Regel werden nur in geringem Umfang gesehen. So empfinden 32,9% eine erschwerte internationale Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga und 15,1% ein Erschwernis für eine Finanzierung durch Investoren. Abschließend plädieren 82,0% der Fußballfans in Deutschland für den Erhalt der 50+1-Regel, während nur 14,6% für eine Abschaffung der regulatorischen Auflage im deutschen Fußball sind. Zudem würde eine klare Mehrheit von 89,2% sich wünschen, dass es in allen europäischen Ligen eine 50+1-Regel, oder zumindest eine ähnliche Regulation gäbe, welche den Fans eine Mitbestimmung ihres Vereins garantieren würde.

„Zu einem spannenden Wettbewerb gehören faire, also vergleichbare Finanzierungsmöglichkeiten der Clubs. Dass das Bundeskartellamt – wie auch der überwiegende Anteil der Fans – die Wettbewerbsverzerrung in der Liga sieht, gibt Hoffnung, dass die DFL den Wünschen der Fans endlich Rechnung trägt.“ So Jörn Kleinschmidt, 1. Vorsitzender des FC Play Fair!

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