Bundesligavereine handeln bei Trainerentlassungen für Fans oft zu voreilig
Mehrheit der Befragten überzeugt: Schnelllebigkeit auf der Trainerposition hat in den letzten Jahren zugenommen
Köln. Seit Gründung der Bundesliga wurden im Schnitt 8,6 Trainerposten während einer laufenden Saison neu besetzt. Bezieht man die Trainerwechsel zwischen zwei Spielzeiten mit ein, sind es sogar 13,4 Umbesetzungen pro Saison. In der aktuellen Spielzeit wurden nach sechs absolvierten Partien bereits zwei Übungsleiter entlassen. Die Verantwortlichen von RB Leipzig und des VfL Bochum sahen sich angesichts des für die jeweiligen Ansprüche schwachen Saisonstarts gezwungen, die Zusammenarbeit mit Domenico Tedesco beziehungsweise Thomas Reis zu beenden. Darüber hinaus wurden am Ende der vergangenen Spielzeit Sage und Schreibe acht Trainerposten neu besetzt. Aus aktuellem Anlass hat FanQ deshalb im Auftrag des SID über 1100 Fußballfans zur Schnelllebigkeit auf der Position des Coaches im Allgemeinen und zu den aktuellen und möglicherweise bevorstehenden Freistellungen im Besonderen befragt.
Fast zwei Drittel (65,9 %) der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass die Vereine beim Thema Trainerentlassungen tendenziell voreilig handeln, fast genauso viele (65,7 %) Anhänger haben darüber hinaus den Eindruck, dass die Schnelllebigkeit auf der Trainerposition im Profifußball in den letzten Jahren zugenommen hat.
Eine Akzeptanz oder Ablehnung dieser Entwicklung konnte dabei jedoch nicht ausgemacht werden. Durchschnittlich wird dieser Trend von den Teilnehmern der Umfrage mit 2,9 von fünf möglichen Sternen bewertet. Der Anteil der Befragten, die der zunehmenden Fluktuation auf dem Posten des Chefanweisers eines Proficlubs positiv gegenüberstehen und mit mindestens vier Sternen stimmen (36,0 %), ist in etwa genauso hoch wie der derer, die mit diesem Kurs nicht einverstanden sind und maximal zwei Sterne vergeben (38,2 %).
Betrachtet man die konkreten Fälle dieser Saison, ist festzuhalten, dass die Fans die eine oder andere Entscheidung der jeweiligen Clubführung nachvollziehen können. Für 61,8 % der Befragten ist der Beschluss der Verantwortlichen von RB Leipzig, die Dienste von Domenico Tedesco fortan nicht mehr in Anspruch zu nehmen, beispielsweise verständlich (32,1 %) oder sogar sehr (29,7 %) verständlich.
Bei der Entlassung von Bochum-Trainer Thomas Reis gehen die Meinungen der Fans hingegen auseinander. So halten 46,3 % der Anhänger die Entscheidung der VfL-Verantwortlichen für nachvollziehbar (23,3 %) oder sehr (24,2 %) nachvollziehbar. Für 48,6 % ist die Trennung vom Aufstiegscoach des Jahres 2021 hingegen unverständlich (24,8 %) oder sehr (23,8 %) unverständlich.
Die Tatsache, dass Enrico Maaßen, der Cheftraine beim FC Augsburg, laut Medienberichten bereits angezählt sein soll, können 39,5 % eher und weitere 13,7 % überhaupt nicht verstehen. Insgesamt ist das etwas mehr als die Hälfte (53,2 %) aller Befragten. Demgegenüber ist es für etwas mehr als ein Drittel (35,3 %) der Umfrageteilnehmer eher (28,2 %) oder sogar sehr (7,1 %) einleuchtend, dass der 38-Jährige schon nach dem sechsten Spieltag infrage gestellt wird.
Über die Hälfte (56,2 %) der Anhänger zweifeln hingegen daran, dass Gerardo Seoane Bayer Leverkusen nach dem verkorksten Start in die neue Spielzeit noch aus der Krise führen kann. 36,8 % der an der Umfrage teilnehmenden Personen könnten seine Freistellung eher, 19,4 % sogar sehr gut verstehen. 26,9 % der Befragten könnten eine Trennung vom Schweizer hingegen eher weniger und weitere 13,4 % sogar überhaupt nicht nachvollziehen. Das sind insgesamt immerhinnoch 40,3 %, die weiterhin auf die Fähigkeiten Seoanes vertrauen.
Wenn es nach der Meinung der Fans geht, liegt der Übungsleiter der ‚Werkself‘ im Ranking der Topkandidaten für die nächste Trainerentlassung der Bundesliga mit 24,3 % auf Platz zwei hinter Wolfsburgs Niko Kovac (37,5 %). Auf den weiteren Rängen folgen Frank Kramer (FC Schalke 04, 10,7 %), Enrico Maaßen (FC Augsburg, 9,9 %) und Sandro Schwarz (Hertha BSC Berlin, 7,6 %).
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